Die Europameisterschaft der Starboote 2026 in Medemblik (NL) bot alles, was eine hochklassige Meisterschaft ausmacht: präzise Organisation, sportlich anspruchsvolle Bedingungen und ein stark besetztes internationales Feld. Ivan Müller (YCSe) segelte gemeinsam mit Urs Hunkeler (Yacht‑Club Tivoli) und berichtet von einer beeindruckenden Veranstaltung.
Die Regattaleitung arbeitete nahezu perfekt. Alle Starts erfolgten sekundengenau nach Ausschreibung, unterstützt durch RaceSense und Vakaros – kein einziger allgemeiner Rückruf während der gesamten Meisterschaft. Die langen Startkreuze von rund zwei Seemeilen und die konstant kräftigen Winde – zunächst aus Ost, später aus Südwest – verlangten den Teams viel ab.
Am Schlusstag zeigte sich Medemblik von seiner härtesten Seite: starker Wind, hoher Druck und maximale Materialbelastung. Eine unglückliche Kollision inkl. Kringel auf der ersten Kreuz sowie ein Bruch der Unterbackstag auf der zweiten Kreuz zwangen uns leider zur Aufgabe des letzten Laufs.
Auch an Land überzeugte die Veranstaltung: herzlicher Empfang durch die Beachmasters, engagierte Helferinnen und Helfer sowie die hervorragende Gastfreundschaft der holländischen Starflotte sorgten für eine rundum gelungene Meisterschaft.
Das Teilnehmerfeld war hochkarätig: rund ein Dutzend Gold- und Silberstare (Gold Star: Höchste Auszeichnung der Star Class, verliehen an Weltmeister der Starboote; Silber Star: Auszeichnung für den Gewinn einer kontinentalen oder hemisphärischen Meisterschaft, z. B. Europameisterschaft) sowie zahlreiche weitere starke Teams sorgten für täglich wechselnde Spitzenplätze. Am Ende setzten sich Robert Scheidt und Austin Sperry mit zwei Laufsiegen durch und wurden Europameister. Für uns resultierte nach einer anspruchsvollen Serie der Schlussrang 32, geprägt von soliden Leistungen in den ersten sechs Läufen und einem Rückzug im letzten Rennen nach Materialschaden.
